Presseschau – HOPE · Massoud Godemann Trio
Eine Auswahl der wichtigsten Rezensionen und Pressestimmen zum Album „Hope“ des Massoud Godemann Trios (Massoud Godemann – Gitarre, Gerd Bauder – Kontrabass, Michael Pahlich – Schlagzeug).
| Medium | Tonfall | Kernbotschaft |
|---|---|---|
| Akustik Gitarre | Warm, anerkennend | Eigenständige Gitarrensprache, spartanischer, moderner Trio-Sound mit starkem Groove. |
| Concerto | Locker, positiv | Unberechenbare, subtile, funky angehauchte Musik, die zum Mitwippen einlädt. |
| Digitale Jazzzeitung | Poetisch, bildhaft | „Hope“ als farbiges Klanggemälde, Balance von Inspiration, Innovation und Schönheit. |
| Gitarre & Bass | Tiefgehend, analytisch | Eigenwilliger, kammermusikalischer Modern Jazz, gewachsenes Kollektiv von Solisten. |
| JazzPodium | Reflektiert, lyrisch | Godemann als Poet der Jazzgitarre, Musik zwischen Melancholie, Groove und innerer Spannung. |
| Jazzthetik | Feinfühlig, ästhetisch | Subtile, leise, introspektive Schönheit, phänomenales Zusammenspiel von Gitarre und Bass. |
| Hörlektüre / Feature | Erzählerisch, nah am Künstler | „Hope“ als Trialog, Geschichten hinter den Stücken, Groove und Poesie als roter Faden. |
| Online-Review | Detailreich, spielerisch | Alternativer Modern Jazz, starke Kompositionen, seelenvoll und ohne Spektakel. |
Akustik Gitarre (06/07 2016)
Die Akustik Gitarre hebt hervor, dass Massoud Godemann sich nicht über Virtuosität, sondern über Timing, Dynamik und eine eigene Gitarrensprache definiert. Der Sound des Albums wird als „spartanisch“ beschrieben: Gitarre mit wenig Hall, ein meisterhaft gespielter Kontrabass und ein moderner, entspannter Groove des Schlagzeugs. Einziger Kritikpunkt ist ein etwas zu leise abgemischtes Bass-Solo, insgesamt wird die Produktion jedoch wärmstens empfohlen.
Concerto (04/05 2016)
In Concerto wird Godemann als das Gegenteil eines „Notenvertilgers“ beschrieben. Leise Töne, Sparsamkeit und Auslassungen machen neugierig auf die Musik des Trios. „Hope“ bietet im besten Sinne unberechenbare Musik, die auf subtile Weise funky ist und einen unweigerlich beim Mitwippen ertappt.
Digitale Jazzzeitung – Jazzinstitut SH
Die Digitale Jazzzeitung beschreibt das Trio als Maler eines vielfältigen Klanggemäldes, in dem jeder Ton, jedes Geräusch und jeder Klang seine eigene Farbe besitzt. „Hope“ steht für eine besondere Balance und Ausgeglichenheit und eröffnet „im Jazz ein neues Kapitel“, in dem Inspiration und Innovation mit Schönheit und Inhalt verknüpft werden. Jeder Ton hat Bedeutung und macht das Album zu einem spannenden Zwiegespräch.
Gitarre & Bass (05/2016, Story & Interview)
Rezensionsteil
- Langjährige Zusammenarbeit: Über 15 Jahre in gleicher Besetzung – im Jazz eher selten – ein Kollektiv von Solisten, das gemeinsam gewachsen ist.
- Stil: „…kammermusikalischen verspielten, modernen Jazz, der insbesondere auf der rhythmischen Seite oft sehr eigenwillig rüberkommt.“
- Ästhetik: Nicht schräg, nicht gefällig, weder Avantgarde noch Mainstream – eigene, eigenwillige Position.
- Gitarristische Linie: Warmes Archtop‑Ideal, aber mit kurzatmigen Motiven, Phrasen, klassisch basierter Modernität, in der Tradition von Jim Hall & Co.
- Schlüsselstück: Das unbegleitete „Hurt“ als Verdichtung dessen, was diese Musik offen und frei macht.
Interview – Kernthemen
- Identität: „Deutscher im persischen Fell“ – aufgewachsen in Hamburg, ohne orientalische Sozialisation.
- Einflüsse: Joe Pass („Intercontinental“), Jim Hall („Alone Together“), Bill Evans, Keith Jarrett, Stravinsky („Sacre du Printemps“).
- Improvisationskonzept: Sprachmuster als Basis – z.B. Columbo‑Dialoge rhythmisch notieren und als Grundlage für modale Improvisation nutzen.
- Equipment:
- Studio: Gibson ES‑175, H&K Tubeman → RME → Logic
- Live: Gibson ES‑295 mit P90, 30‑Watt‑Röhrencombo
- .012er Roundwounds, 2 mm‑Plek, seit 20 Jahren praktisch ohne Effekte.
- Künstlerische Haltung: Diversität bewahren, unabhängig bleiben, dem Druck des „Geldwerten“ widerstehen, eigene Perspektive nicht verlieren.
- Pläne: „Spielen, spielen, spielen“ – das Album auf die Straße bringen, Wirkung im direkten Kontakt mit dem Publikum testen.
JazzPodium – Klaus Mümpfer
- Godemann als Poet: „Massoud Godemann ist und bleibt ein Poet unter den Jazzgitarristen.“
- Klangästhetik: Trio steht für Klangfarbenästhetik und Wohlklang, „Hope“ als Dokument einer Entwicklung durch personelle Stabilität.
- Stücke:
- „Andronaco After“ – an freier Improvisation entlang, aber Schönheit & Tradition bleiben spürbar.
- „Blue Boss“ – Hinwendung zum Groove.
- „Talk To Me“ – Spur Funk, Widersprüchlichkeit und Schönheit zugleich.
- „Hope“ – interessanter Basslauf, melodische Klarheit.
- „Rain“ – polyrhythmische Beschreibung des Hamburger Regens.
- Fazit: Musik ist melancholisch, lyrisch, innerlich bewegt, überwindet den Gegensatz von schöner/unschöner Seite des Lebens spielerisch.
Jazzthetik – Rolf Thomas
- Tonfall: „Es sind die subtilen Genüsse, für die der Hamburger Gitarrist Massoud Godemann mit seinem Trio steht.“
- Duktus: Introspektive Klangfarbe, leise, vorsichtig, auch bei schnelleren Tempi.
- Gitarrensound: „…unglaublich weiche Ton, den Godemann auf seinem Instrument bevorzugt…“ – erinnert angenehm an John Abercrombie.
- Interplay: Verschmelzung von Gitarre und Bass als „phänomenal“ beschrieben – Melodie und Soli gehen ineinander über.
- Drums: Pahlich als nicht profilneurotisch, sondern dienlich, lakonisch lässig, besonders in „Talk To Me“.
- Experiment: „Andronaco After“ als improvisatorische Klangforschung, die nicht aufgesetzt wirkt.
- Gesamtbild: „Hope“ als Reise ins Land der unterschwelligen Schönheit.
Hörlektüre – Nabil Atassi
- Bild: „Jazz ist so etwas wie Lyrik, wenn Massoud Godemann zur Gitarre greift.“
- Konzept: „Hope“ als Trialog – drei langjährige Partner, die Geschichten erzählen.
- Stücke & Inhalte:
- „Zone“ – erzählt von sozialen und gesellschaftlichen Widersprüchen Hamburgs, mit verstörend mitreißendem Groove.
- „Talk To Me“, „Blue Boss“ – lässiger Groove als roter Faden des Amüsements.
- „Katharsis“, „Hurt“ – poetische Motive, reiner, fetter Ton, nuancierter Anschlag.
- Kernfrage: „Ja, was will er mir sagen?“ – Antwort: „Hör gut hin, und der Godemann offenbart sich dir.“
Online‑Review (Modern‑Jazz‑Fokus)
- Stil: „gepflegter Modern Jazz, ohne dabei die traditionellen Wurzeln zu vernachlässigen“.
- Track‑Highlights:
- „Gone“ – bluesiger Chiller
- „Hope“ – relaxed swing, groovender Bass, zartes Drumming, komplexe, aber nie aufdringliche Harmonik
- „Katharsis“ – Walking Bass, schnelle Akkordvoicings
- „Talk To Me“ – als „Postbop‑Funk“ bezeichnet
- „Zone“ – „superfeines Gitarrensolo“
- „Andronaco After“ – experimentell, gesägt, geklopft, geklimpert
- „Blue Boss“ – bluesiges Szenario, erinnert an souligen Hard Bop à la Wes Montgomery
- Fazit: „…seelenvoller Stoff mit sehr viel Gefühl…“ – alternativer Modern Jazz ohne raubeiniges Spektakel.
Gemeinsame Linie aller Rezensionen
- Godemann als Poet / Lyriker der Gitarre
- Leise, subtile, introspektive, aber groovende Musik
- Eigenwillige Rhythmik, moderne, aber nicht modische Harmonik
- Trio als gewachsene Einheit, kein „Gitarrist + Begleitung“
- Schönheit, Balance, Zwiegespräch, Geschichten hinter den Stücken









